29.04.2010
Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt CDU im Erftkreis
Kaum in der begeisterten Menge des voll besetzten Feierabendhauses in Hürth-Knapsack auszumachen war Bundeskanzlerin Angela Merkel, als sie gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers in den Saal einzog.
Als sie die Bühne betrat, brandete tosender Applaus auf. Merkel Merkel Rufe erschallten. Die Kanzlerin war in der rheinischen Heimat von Jürgen Rüttgers angekommen.
In seiner Eröffnungsrede dankte der Ministerpräsident der Bundeskanzlerin, dass sie den weiten Weg von Berlin nach Hürth in den Rhein-Erftkreis gemacht hätte, um ihn und die anderen Kandidatinnen und Kandidaten im Langtagswahlkampf zu unterstützen. NRW ist ein starkes Land und NRW muß auch weiter stark bleiben, so der Ministerpräsident. „Wir haben etwas geschafft in den letzten fünf Jahren, darauf dürfen und können wir stolz sein.
Wir haben die Kindergartenplätze von 11200 auf über 90000 erhöht, wir haben nicht wie unsere Vorgänger Lehrerstellen abgebaut, sondern über 8000 neu geschaffen, wir haben trotz der Wirtschaftskrise über 250000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen. Das ist toll, das ist einmalig, aber es reicht noch noch nicht aus, wir müssen weiter machen. Das können wir aber nur dann, wenn wir Rot-Rot-Grün hier bei uns in NRWverhindern.“
Immer wieder wurde er in seiner Rede vom Beifall unterbrochen. „Wir werden es nicht zulassen, dass man auf dem Rücken unserer Kinder experimentiert. Wir sind gegen die Einheitsschule, weil sie einfach so nicht geht. Wir müssen individuell fördern, keine ideologische Gleichmacherei. Damit kommen wir in NRW nicht weiter. Wer behauptet, dass jeder ein Gymnasium besuchen muss, der liegt falsch. Jeder kann und soll ein Gymnasium besuchen können, wenn er es will. Genau das wollen wir, da hilft die Einheitsschule absolut nicht weiter. Weiterbildung ist heute auch möglich ohne Gymnasium. 9600 Schülerinnen und Schüler haben mit ihrem Abitur bewiesen, das es geht. Wir haben die Möglichkeit geschaffen, vielen Handwerkern die Türe zur Weiterbildung und zum Studium geöffnet.“ Es geht Schlag auf Schlag, angespannte Ruhe im Saal. Der Ministerpräsident zeigt die Leistungsbilanz seiner Regierung auf. Viel Beifall und Plakate mit „Rüttgers stark wählen“ werden hoch gehalten, als er seine kämpferische Rede beendet. Minutenlange Ovationen, bis er das Rednerpult für die Bundeskanzlerin frei gibt.
Angela Merkel steigt sofort in das Thema ein. „Wer heute glaubt, nicht wählen gehen zu müssen, dem kann ich nur sagen: ich habe es 15 Jahre lang nicht gedurft, ihr alle wisst was draus geworden ist. Nur wer wählen geht, verhindert den Extremismus.
In meiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern gibt es ein Sprichwort. Das heißt: Wechselt die Pferde am Berg nicht. Ihr hier in NRW habt das beste Pferd im Stall.“ Jürgen Rüttgers lächelt, Lachen im Saal. Dann greift sie in ihrer Rede die Hinhaltetaktik der SPD zur Koalitionsfrage mit den Linken in NRW und im Bund scharf an. „Ich kenne nicht die Linken in NRW, ich kenne nur die Linken in Berlin. Und die sind mir schon links genug. Die haben bereits schon einmal Deutschland kaputt gemacht. Das reicht. Für immer. Die SPD hat nichts aus dem Desaster um Ypsilanti in Hessen gelernt, die Kandidatin in NRW hieße zwar so, aber hätte keine Kraft, um NRW regieren zu können. Und der Gabriel da bei uns in Berlin kann es auch nicht.“ Tosender Applaus im Saal. Die Kanzlerin macht deutlich, dass sie weiß, wovon sie spricht. NRW muß stabil bleiben. Im weltweiten Ranking-Vergleich ist die Wirtschaftskraft von NRW an 18. Stelle. Eigentlich müssten wir NRW zum G20-Gipfel einladen. Lasst euch das hier in NRW nicht von den Linken kaputt machen ! Wechselt am Berg das Pferd nicht.“ Verabschiedet wurde die Bundeskanzlerin von Willy Zylajew, Fraktionschef der CDU im Rhein-Erftkreis und Mitglied im Bundestag. Man kennt sich. In einer lockeren Rede dankt er Angela Merkel für ihren Besuch und überreicht ihr als Dank und in Anspielung auf ihre norddeutsche Herkunft ein „sedimentiertes Stück Muschelkalk“ - ein Braunkohlebrikett. |