04.01.2012
Stadtrat Martin Vogelsang fordert mehr Sachlichkeit
Die Diskussion um die alte Schule in Lipp nur auf der emotionalen Ebene zu führen hält Stadtrat Martin Vogelsang für falsch. Hier fordert er von allen Beteiligten mehr Sachlichkeit.
"Da wird heute immer noch über etwas diskutiert, dass bereits in den Vorjahren immer wieder Thema im Rat und in den Ausschüssen war. Anfang des letzten Jahres hat man dann einstimmig im Rat den Haushalt verabschiedet und den Beschluss gefasst, die alte Schule in Lipp zu schließen. Eine solche Entscheidung fällt niemand leicht, aber sie war absolut notwendig."
Die heutige Diskussion hält Vogelsang mit Blick auf die Aussage, die Kostenbelastung für die alte Schule würde rund 7.500 Euro betragen, für Augenwischerei und verweist noch einmal auf die Gründe, warum der Rat damals einmütig diese Entscheidung getroffen hat: Im Jahr 2009 habe der Haushalt Kosten von 36.810 Euro ausgewiesen, im Jahr 2010 dann 40.267 Euro. Diesen Kosten hätten Einnahmen von 9.486 Euro im Jahr 2009 und 634 Euro im Jahr 2010 gegenübergestanden. Zusätzlich habe noch ein hoher Bedarf an Modernisierungsaufwand bestanden, der aber mit Blick auf die Situation der Lipper Vereine immer wieder nach hinten geschoben worden sei.
"Statt in ein großes Wehklagen zu verfallen haben wir nach Lösungen gesucht und gefunden", betont Vogelsang. Die Mutter-Kind-Gruppe habe mit der Gymnastikhalle eine wesentlich bessere Alternative gefunden, der Seniorenkreis träfe sich jetzt auch dank seiner Unterstützung im Kath. Pfarrheim und der Imkerverein wolle sich zukünftig in einer Gaststätte treffen. Die KG "Kleine Lipper" habe sich aufgelöst und die Ritter Tanzgruppe habe sich selber nach einer Alternative umgesehen. Auch für die anderen Vereine habe man schon eine Lösung im Blick.
Mit Blick auf den Belegungsplan der Schule Lipp kann Vogelsang nur mit dem Kopf schütteln. Alle 6 Wochen ein Treffen der Agenda 2010, die in Auflösung begriffen ist, die Nutzung der Schule als Wahllokal, 3 x im Jahr ein Treffen der St. Martinus-Gemeinschaft und Wochenendtermine, die eher den Charakter privater Feiern statt Vereinstreffen haben und wegen der Lärmbelästigung bereits die Nachbarschaft auf den Plan ruft. Dafür kann die Stadt ein solches Gebäude nicht ein ganzes Jahr bevorraten und bewirtschaften.
Dass Ortsbürgermeister Breuer (SPD) wider besseren Wissens hier mit falschen Zahlen operiert versteht Ratsherr Martin Vogelsang nicht. Auch mit dessen Motivation hat er so seine Probleme, denn immerhin hat der Ortsbürgermeister als Ratsherr auch für die Schließung der Schule gestimmt. Vogelsang hat Verständnis dafür, dass sich ein Ortsbürgermeister für die Vereine und für den Erhalt alter Gebäude in seinem Ortsteil einsetzt, nur leider gibt es da keine Lipper Vereine mehr.

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